Die Kirche bleibt im Dorf – Wohnungsbau + Museum

Die Kirche bleibt im Dorf – ukw beschließt geförderten Wohnungsbau in der Feldbergstraße und Investitionen ins Museum an der Frankfurter Straße

Hoch her ging es gestern Abend (wieder einmal) im Kelkheimer Stadtparlament.
Die Entscheidung über die Zukunft des städtischen Grundstücks mit dem ehemaligen katholischen Pfarrzentrum an der Feldbergstraße führte zu teils hitzigen und emotionalen Diskussionen der Stadtverordneten, aber auch viele Zuschauer verfolgten den Verlauf mit Emotionen.
 
Bei nüchterner Betrachtung und mit etwas Abstand lassen sich aber folgende objektive Fakten festhalten:

  1. Mit der gestrigen Entscheidung macht die ukw den Weg frei für die Schaffung einer beträchtlichen Anzahl von geförderten, bezahlbaren Wohnungen, die in unserer Stadt dringend benötigt werden. Kelkheim ist seit Jahren als Folge einer von der CDU geprägten Entwicklung eines der Schlusslichter im Main-Taunus-Kreis bei bezahlbarem und öffentlich gefördertem Wohnungsbau. Nachdem Bürgermeister Kündiger mit Unterstützung einer Projektgesellschaft am Gagernring bereits eine Reihe solcher Wohnungen schafft, kann die Stadt hier den Wohnungsmangel zumindest erheblich verringern und einen bedeutsamen Schritt zu einer stärkeren Gewichtung sozialer Aspekte machen.
  2. Mit der getroffenen Entscheidung vermeiden die Stadtverordneten auch angesichts der immer noch unbefriedigenden Haushalts- und Schuldensituation der Stadt eine Investition von geschätzten 1,2 Mio. Euro oder mehr. Weder die ukw noch ihr Bürgermeister tragen die Verantwortung für den hohen Schuldenstand Kelkheims, der schon für dringend notwendige Aufgaben kaum Spielräume lässt. Kelkheim ist leider nicht Eschborn mit einem prall gefüllten Stadtsäckel und auch nicht Hattersheim, wo nach Zeitungsberichten ein internationaler Konzern die Finanzierung des Heimatmuseums mit einem Millionenbetrag übernehmen wird. Die Ausgabenpolitik unserer Stadt muss sich an den finanziellen Möglichkeiten orientieren und der eingeschlagene Konsolidierungspfad, den alle Parteien einstimmig beschlossen haben, muss konsequent fortgeführt werden. Wasser predigen, aber Wein saufen wollen, führt uns nicht weiter. Das Kostenargument war letztlich ausschlaggebend für unsere Entscheidung.
  3. Auch wenn die Befürworter eines Museums an der Feldbergstraße teilweise versuchten, die Entscheidung als „für das Museum oder gegen das Museum“ darzustellen: Der gestrige Beschluss sieht die uneingeschränkte Fortführung des Museums vor, allerdings am gegenwärtigen Standort, aber die Mehrheit der Stadtverordneten hat auch zusätzliche Investitionen am Standort Frankfurter Straße beschlossen, um Barrierefreiheit herzustellen und die sanitären Anlagen zu verbessern. Dafür wurden bereits Mittel in Höhe von 70.000 Euro in den Haushalt 2018 eingestellt. Eine neuere Schätzung des Bauamts der Stadt hat allerdings vor wenigen Tagen einen Investitionsbedarf von ca. 165.000 Euro ergeben. Nach der grundsätzlichen Entscheidung, zumindest für eine absehbare Zeit am gegenwärtigen Standort zu bleiben, können nun in aller Ruhe die Verhandlungen mit dem Vermieter über eine Verlängerung des Mietvertrags und mögliche Um- und Anbauten geführt werden. Wichtig wird auch sein, mit dem Museumsverein und seinen Aktiven die weitere Entwicklung zu beraten und zu hinterfragen, ob der Verein weiterhin bei seiner geäußerten Ablehnung von Investitionen in die Frankfurter Strasse bleiben wird. Investitionen erscheinen nur dann sinnvoll, wenn ein genügend langer Mietvertrag diese rechtfertigt und wenn der Verein, der das Museum betreibt, den Nutzen sieht und – bei allem Verständnis für die aktuelle Enttäuschung – die engagierte ehrenamtliche Arbeit fortsetzen möchte.
  4. Fakt ist auch, dass die ukw die Arbeit des Museumsvereins schätzt und anerkennt; einige ukw-Mitglieder sind selbst Mitglied des Museumsvereins. Die Entscheidung von gestern Abend wurde ja schon im Dezember einmal getroffen und ihr sind lange Überlegungen und Diskussionen innerhalb der ukw vorausgegangen. Es gab und gibt gute Argumente für einen Umzug, aber es gab und gibt auch gute Argumente für die jetzige Lösung. Diese unterschiedlichen Argumente sind sicher auch in anderen Parteien von einzelnen Stadtverordneten, wie auch bei uns, unterschiedlich gewichtet worden. Bei der Abwägung der Pros und Kontras hat sich aber die überwiegende Mehrheit der ukw-Fraktion letztendlich für die Schaffung bezahlbarer Wohnungen in der Feldbergstraße und (deutlich geringere) Investitionen für das Museum in der Frankfurter Strasse entschieden.
Doris Salmon und Robert Stögbauer
Fraktionsvorsitzende und stv. Fraktionsvorsitzender der ukw
Die Kirche bleibt im Dorf – Wohnungsbau + Museum

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