Hornau West – was ist denn das?
Die Mehrheit im Stadtparlament will unter diesem Namen große Teile der Freifläche zwischen Fischbacher Straße und Gagernring (jenseits der Bahnlinie) bebauen.
Die ukw lehnt die Pläne in der vorliegenden Form und Größe ab.
Der Schutz der freien Landschaft für Naherholung, Klimaschutz, Landwirtschaft und Naturschutz ist eines der wichtigsten Ziele der ukw. Genauso ernst nehmen wir die Wohnungsprobleme. Die Preise steigen, für immer mehr Menschen ist es fast unmöglich, in Kelkheim eine angemessene und bezahlbare Wohnung zu finden. Die ukw setzt sich seit vielen Jahren für den Wohnungsbau in Kelkheim ein, insbesondere auch für geförderte Wohnungen für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen. Dabei favorisieren wir die verträgliche Verdichtung in bebauten Bereichen.
Aktuell sind mit Unterstützung der ukw folgende größere Projekte im Bau bzw. weit fortgeschritten in der Vorbereitung:
- Weilbacher Straße (10 geförderte Wohnungen)
- ehemaliger Bauhof Fritz (41 – 50 frei finanzierte Wohnungen + 7 geförderte)
- Alte Schulstraße (10 geförderte Wohnungen)
- Großer Haingraben (48 altersgerechte Servicewohnungen, davon 10 gefördert)
- ehemalige Gärtnerei Buchsbaum (56 frei finanzierte + 42 geförderte Wohnungen).
Mit diesen Projekten werden in den nächsten Jahren rund 230 Wohnungen in Kelkheim neu entstehen, davon über 79 geförderte mit Belegungsrecht der Stadt.
Weiter sind 50 neue Wohnungen durch Neubau und Aufstockung des Woolworth geplant, davon ca. 15 gefördert. Auch dies unterstützt die ukw.
Neue Baugebiete auf der „grünen Wiese“?
Hier ist die ukw sehr zurückhaltend. Wir unterstützen das Projekt „Vor dem Schlämmer“, ein kleines Baugebiet nördlich der Niederhofheimer Straße mit Ein- und Mehrfamilienhäusern (ca. 150 Wohnungen). Die CDU/SPD/FDP-Koalition hat dieses Projekt leider um mehrere Jahre verzögert und den Anteil der Mehrfamilienhäuser reduziert. Wir hoffen, dass es jetzt keine weiteren Verzögerungen gibt und das Bebauungsplanverfahren schnell abgeschlossen werden kann, damit dort bald die ersten Häuser entstehen. Dies ist auch ein Beispiel für die Wirksamkeit des Bürgerengagements: Den Bürgerinnen und Bürgern ist es gelungen, mit einem Bürgerbegehren den nördlich anschließenden, für die Natur sehr wichtigen Bereich „Schlämmer“ vor Bebauung zu schützen. Im Entwurf des neuen Flächennutzungsplans ist hier eine Grünfläche dargestellt.
Und Hornau West? Ja, hier sind ca. 366 neue Wohnungen vorgesehen.
Aber: Preisgünstige Wohnungen sind hier nicht zu erwarten. Für die Erschließung des Gebietes ist der Bau einer neuen Straße (die sogenannte „Gagernspange“) geplant, die die Fischbacher Straße mit dem Gagernring verbindet, dafür braucht es eine Unterführung der Bahn. Allein hierfür wird ein achtstelliger Betrag fällig, zumal es erhebliche Probleme mit dem Grundwasser gibt.
Die verkehrlichen Auswirkungen? Auf der Fischbacher Straße, Pestalozzistraße und im südlichen Teil des Gagernrings wird der Verkehr wohl etwas zurückgehen, aber im nördlichen Teil des Gagernrings um täglich 3000 Kraftfahrzeuge zunehmen. Auch für die Kelkheimer Straße in Fischbach wird im Verkehrsgutachten eine Mehrbelastung prognostiziert.
Weiterer Bestandteil von „Hornau West“ ist der Bau eines neuen, gemeinsamen Feuerwehrstützpunktes für Fischbach, Hornau und Kelkheim Mitte, Kosten von 30 Millionen € sind sicher nicht zu hoch geschätzt. Dabei will die Fischbacher Wehr auf keinen Fall ihren derzeitigen Standort am Rathausplatz aufgeben.
Dort – am derzeitigen Standort – ist auch genügend Platz für Verbesserungen und eventuell notwendige Erweiterungen. Für Hornau und Mitte gibt es einigen Investitionsbedarf, ob an den derzeitigen Standorten oder durch einen Neubau für diese zwei Wehren. Der müsste nicht in Hornau West stehen, käme also ohne Gagernspange aus und wäre deutlich preisgünstiger.
Der hohe Erschließungsaufwand, der zu einem großen Teil auf die Eigentümer der Baugrundstücke umgelegt wird, verteuert die Wohnungen in Hornau West erheblich. Hinzu kommen die Probleme mit dem hohen Grundwasserstand im östlichen Bereich. Deshalb will die ukw Wohnungen bauen, ohne Bau der Gagernspange (was möglich ist, wenn man auf das Millionengrab Feuerwehr an diesem Standort verzichtet), und nur in Bereichen, wo dies ökologisch vertretbar ist (also auf Teilen des für konventionelle Intensivlandwirtschaft genutzten Ackers) und wo das Grundwasser keine allzu großen Probleme macht, erschlossen über die Schneidhainer Straße oder den Berliner Ring, maximal 2 Hektar (während der beschlossene Plan 9 Hektar bebaute Fläche vorsieht). Natürlich können so keine 366 Wohnungen verwirklicht werden. Wir stellen uns ausschließlich 3- bis 5-geschossige Mehrfamilienhäuser vor, mit einem Anteil von 30 % geförderten Wohnungen für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen. Dabei sind uns auch ökologische Standards wie Photovoltaik, unversiegelte Freiflächen und Bäume auf den Grundstücken wichtig. Wie viel möglich ist, muss in einem Verkehrsgutachten ermittelt werden. Uns ist klar, dass es schon jetzt zeitraubend ist, aus dem Berliner Ring nach links in die Fischbacher Straße einzubiegen. Wäre ein Kreisel hier oder an der Schneidhainer Straße möglich? Wir halten 100 Wohnungen in einem Mix unterschiedlicher Größen für realistisch.
Diese Pläne sind nur mit einer starken ukw möglich!
Alle anderen bei der Kommunalwahl am 15. März 2026 antretenden Parteien lehnen unsere Idee ab und unterstützen die Pläne mit Gagernspange, von Fischbach abgelehnter gemeinsamer Feuerwehr und 9 Hektar, also 90.000 m² bebauter Fläche.
Die ukw ist die einzige Wählergruppe, die für eine realistische, finanzierbare Lösung eintritt. Zwar weniger Wohnungen, aber günstigere. Kein Millionengrab Gagernspange mit negativen Auswirkungen auf Hornau und Fischbach. Die Fischbacher Feuerwehrleute, die sich vorbildlich ehrenamtlich engagieren, sollen dies weiterhin, wie gewünscht, von Fischbach aus tun. Und eine deutlich kleinere bebaute Fläche, ohne Vernichtung der wertvollen Streuobstbestände und Feldgehölze, verträglich für Grundwasser, Frischluft, Artenschutz und Naherholung!
